Unser Truck ist noch bis zum 06. Dezember auf unserem Stand auf der Essen Motorshow zu sehen !

Die Renntermine für die Truck Race Saison 2010 stehen fest:
22./ 23. Mai Misano (I)
05./ 06. Juni Albacete (E)
19./ 20. Juni Nogaro (F)
24./ 25. Juli Nürburgring (D)
7./ 8. August Smolensk (RUS)
28./ 29. August Most (CZ)
11./ 12. September Zolder (B)
18./ 19. September Le Mans (F)
02./ 03. Oktober Jarama (E)
Das F.I.A. World Council hat folgende Regeländerungen für 2010 beschlossen:
1. Das Differentialgetriebe in der Hinterachse der Renntrucks muß 100% gesperrt sein.
2. Das Zeittraining wird aus einer ersten Phase von 15 Minuten für alle Teilnehmer bestehen.
Anschließend fahren die 10 Schnellsten in die Boxenstraße wo parc-fermé herrscht.
Dann bestreiten die 10 Schnellsten eine zweite Phase um die ersten 10 Plätze, wobei die Zeiten aus der ersten Phase hinfällig sind.
3. Ein technisches Datenblatt zur Homologation des Fahrzeugs ist nicht mehr notwendig, Der F.I.A. Technical Delegate zieht die Informationen ein.
4. Runderneuerte Reifen sind verboten.
Die FIA Truck Racing Europameisterschaft 2009 ist entschieden. David Vrsecky erwischte das bessere Ende, Antonio Albacete musste sich mit dem zweiten Rang zufrieden geben.
Entschieden wurde das spannende Finale etwas überraschend schon am Samstag im ersten Wertungslauf des Wochenendes. Den musste der Lokalmatador aus der zweiten Startreihe angehen, vor ihm startete mit Markus Bösiger ausgerechnet der Teamkollege von Albacetes Kontrahent Vrsecky. Was dann passierte, wurde je nach Standpunkt als teaminterne Schützenhilfe oder als „dicker Hund“ eingestuft. Bösiger bremste Albacete zweimal ziemlich heftig aus. Beim ersten Mal, am Ende der Start- und Zielgeraden, blieb das noch einigermaßen folgenlos. Beim zweiten Mal, einige Meter weiter, bedeutete es für beide Fahrer das vorzeitige Aus. Damit war der Weg frei für Vrsecky, der den Lauf gewann und seinen Vorsprung so auf 30 Punkte ausbaute. Damit hatte er sich für den Rest des Wochenendes eine komfortable Ausgangsituation geschaffen: Der tschechische Titelverteidiger musste nur noch einmal vor Albacete ankommen, um auch alle theoretischen Eventualitäten auszuschließen.
Schon im zweiten Rennen dieses Wochenendes entschied dann Vrsecky den Titelkampf zu seinen Gunsten: Er durfte aus der vierten Reihe starten während sich Albacete wegen des Ausfalls von ganz hinten durch das komplette Feld pflügen musste. Es spricht für die Qualitäten des Spaniers, dass er trotzdem nur einen Platz hinter Vrsecky ins Ziel kam, der Kampf um die Krone war damit allerdings entschieden.
Die Rennkommissare hatten übrigens nach Sichtung von Videos und Anhörung der Streckenposten eine klare Meinung, was Bösigers Schützenhilfe betrifft: Der Schweizer wurde wegen gefährlicher Fahrweise und unsportlichem Verhalten für das komplette Wochenende disqualifiziert!
Am Sonntag wollte Albacete seinen zahlreichen Fans, die wie in Jarama üblich, der Bereich der großen Tribüne wieder in ein Tollhaus verwandelten, noch einmal eine tolle Show bieten. Obwohl der Titelkampf ausgefochten war, zeigte sich der Lokalmatador motiviert bis in die Haarspitzen und stürmte in den beiden letzten Championshiprennen dieses Jahres geradezu zum Sieg. Mit jeweils deutlichem Abstand gewann der Madrilene die Läufe drei und vier, eine kleine Entschädigung für den Frust des vorangegangenen Tages.
Für Chris Levett war es ein Saisonabschluss nach Mass. In den vergangenen Rennen hatte sich der Brite intensiv mit Platz fünf angefreundet – das war wohl seine häufigste Platzierung. Doch in Jarama gelang ihm beim letzten Rennen des Jahres noch einmal eine deutliche Verbesserung: Levett kam in allen vier Championshiprennen auf einem Podiumsplatz ins Ziel und feierte damit den größten Erfolg in seiner noch jungen Karriere. Positiv auch, dass der Truck Racer diese Leistungssteigerung mit einem überlegten, sauberen Fahrstil erreichte, der blaue MAN kam nach allen Läufen mit keinerlei nennenswerten Blessuren zurück ins Paddock.
Das Finale in Jarama stand natürlich ganz im Zeichen des offenen Titelkampfs zwischen Antonio Albacete und David Vrsecky. Levett befand sich dagegen in einer vergleichsweise komfortablen Ausgangssituation. Vor dem finalen Auftritt war bereits klar, dass der vierte Rang im Endklassement außerhalb auch theoretisch denkbarer Möglichkeiten lag, und nach unten hatte Levett dreizehn Punkte Vorsprung auf Egon Allgäuer, was unter normalen Umständen ausreichen würde, um den fünften Platz zu halten. Dass es im Motorsport immer wieder Überraschungen gibt, zeigte sich dann beim Showdown der Titelaspiranten, wobei der Ausgang letztlich von Vrseckys Teamkollegen Markus Bösiger bestimmt wurde, der Albacete unsanft ausbremste und dafür von den Rennkommissaren für das ganze Wochenende disqualifiziert wurde.
Zuvor hatten sich die Akteure zum ersten Qualifying auf der hügeligen Piste im Nordosten Madrids getroffen, wobei die Entscheidung der Organisatoren, das rappelvolle Starterfeld – mit 30 gemeldeten Konkurrenten! – für das Zeittraining in zwei Blöcke zu unterteilen sicherlich zu mehr Chancengleichheit geführt hat. Levett beendete den Kampf um die besten Startplätze für das erste Rennen an fünfter Position. Im darauf folgenden Championshiprace profitierte der Brite dann sicherlich vom Ausfall der beiden Top-Fahrer Albacete und Bösiger, freute sich nach zwölf Runden aber trotzdem über den dritten Rang und damit einen erneuten Podiumsplatz.
Den Rest des Wochenendes bestritt Levett dann allerdings ohne fremde Hilfe, aus eigener Kraft komplettierte er zunächst im zweiten Championshiprennen den Erfolg der MAN-Teams, die das Podium völlig für sich hatten. Egon Allgäuer landete nach längerer Pause wieder einen Sieg, Jochen Hahn wurde Zweiter – und Chris Levett konnte sich zunächst über einen perfekten Start freuen, im weiteren Verlauf des Rennens hielt er dann den alten und neuen Europameister Vrsecky auf Distanz, was schließlich zum zweiten Mal an diesem Tag Platz Drei bedeutete.
Vielleicht war es der erfolgreich abgeschlossene Vortag, der Chris Levett am Sonntag zusätzlich motivierte. Er zeigte sich bereits im Zeittraing verbessert, war eine Zehntel-Sekunde schneller als in der vorangegangenen Runde und belegte damit den vierten Platz. Im Rennen musste sich Levett dann nur hinter den beiden bestimmenden Akteuren dieser Saison einreihen, Albacete ließ dem frisch gebackenen Europameister nicht den Hauch einer Chance und gewann nach fulminantem Auftritt mit knapp sechs Sekunden Vorsprung vor Vrsecky und Levett, der wiederum einen deutlichen Vorsprung auf Jochen Hahn hatte.
Nach dem vierten Championship Race gehörte das Podium schon zum zweiten Mal an diesem Wochenende komplett den MAN-Fahrern. Antonio Albacete wollte seinen Landsleuten zum Saisonabschluss noch einmal eine tolle Show bieten und stürmte geradezu zum Sieg. Im Schlepptau des Lokalmatadors: Der blaue Birds-MAN mit Levett am Steuer. Zum zweiten Mal an diesem Sonntag war es Jochen Hahn, den der Engländer im Rückspiegel beobachten musste. Doch auch der deutsche Routinier fand keinen Weg vorbei, Platz Zwei war für Levett der bis dato größte Erfolg im Europäischen Wettbewerb.
Der erfolgreiche Saisonabschluss bedeutete für das gesamte Team von Lutz Bernau und Chris Levett eine Bestätigung der geleisteten Arbeit. Levett selbst hat das ganze Jahr über ruhig und bedächtig an seiner Form gearbeitet, viele Tipps von Bernau erfolgreich umgesetzt und sich so auf ein wesentlich höheres Level katapultiert. Eine Basis, auf der sich im kommenden Jahr gut aufbauen lässt.
Championshiprace 1
1. Vrsecky (Freightliner)
2. Hahn (MAN)
3. Levett (MAN)
4. Altenstrasser (Renault)
5. Allgäuer (MAN)
6. Vojtisek (Renault)
7. J. Rodrigues (MAN)
8. Lacheze (MAN)
9. Mariezcurrena (MAN)
10. Lvov (MAN)
Championshiprace 2
1. Allgäuer (MAN)
2. Hahn (MAN)
3. Levett (MAN)
4. Vrsecky (Freightliner)
5. Albacete (MAN)
6. Lacheze (MAN)
7. Vojtisek (Renault)
8. Altenstrasser (Renault)
9. Mariezcurrena (MAN)
10. Oliver (MAN)
Championshiprace 3
1. Albacete (MAN)
2. Vrsecky (Freightliner)
3. Levett (MAN)
4. Hahn (MAN)
5. Szobi (MAN)
6. Oliver (MAN)
7. Lvov (MAN)
8. Altenstrasser (Renault)
9. J. Rodrigues (MAN)
10. Allgäuer (MAN)
Championshiprace 4
1. Albacete (MAN)
2. Levett (MAN)
3. Hahn (MAN)
4. Vrsecky (Freightliner)
5. Altenstrasser (Renault)
6. Janiec (Renault)
7. Oliver (MAN)
8. Lacheze (MAN)
9. Lvov (MAN)
10. Mariezcurrena (MAN)
Endklassement:
1. Vrsecky 490
2. Albacete 467
3. Hahn 361
4. Bösiger 295
5. Levett 253
6. Allgäuer 218
7. Altenstrasser 139
8. Oliver 119
9. Vojtisek 101
10. Szobi 94