Seit 15 Jahren kommt Lutz Bernau zum Tschechischen Truck Grand Prix nach Most. Anlaß genug für Gerhard Ittner, den Direktor der Rennstrecke, unser Team zu einem Besuch der Braunkohle-Förderstätten in unmittelbarer Nähe der Rennstrecke einzuladen. Allein in der von uns besuchten Anlage werden jährlich 9 Millionen Tonnen Braunkohle im Tagebau abgebaut. Für jede Tonne Kohle müssen zusätzlich 2 Tonnen Erde bewegt werden. Dementsprechend beeindruckend sind die Geräte die dazu eingesetzt werden. Vielen Dank für die höchst interessante Führung !
Wir haben ein paar Links von dem fünften Rennen in Smolensk herausgesucht.
Berichte:
auto.lenta.ru/articles/2010/08/12/truckbattle/ (russisch)
news.sport-express.ru/2010-07-16/374693/ (russisch)
Videos:
rt.com/Top_News/2010-08-10/truck-battle-russia-2010.html
http://www.1tv.ru/news/sport/159139

F.I.A. Vize-Präsident Graham Stoker beim Probesitzen in unserem Renntruck
Allmählich steigt die Fieberkurve im Fahrerlager der European Truck Racing Championship 2010. Auch wenn Antonio Albacete vermutlich nichts weniger will – aber allmählich rutscht der Ex-Champion doch in eine Favoritenrolle hinein. Der Madrilene dürfte damit unangenehme Erinnerungen verknüpfen. Auch im vergangenen Jahr sah Albacete lange Zeit wie der heißeste Anwärter auf den Titel aus, eher er sozusagen auf der Zielgeraden doch noch vom Titelverteidiger David Vrsecky überflügelt wurde.
Der Tscheche ist damit auch heuer Titelverteidiger – doch mit der Vergabe des Titels wird David realistisch betrachtet wenig zu tun haben. Er ist zwar immer noch für einzelne Siege gut, doch den vom Buggyra-Team ins Feld geschickten Freightliner-Haubern merkt man deutlich an, dass Mastermind Mario Kress nicht mehr für das nötige Feintuning sorgt, sondern jetzt auf eigene Rechnung arbeitet. Ziemlich erfolgreich übrigens, denn seine beiden Renault Trucks holten sich in den Rennen eins und drei von Most jeweils einen Doppelsieg.
Antonio Albacete wiederum profitiert letztlich von der enormen Leistungsdichte der Top-Akteure. Er war übrigens der einzige Fahrer, der in diesem Jahr bis dato ein komplettes Wochenende dominierte, das Kunststück gelang ihm punktgenau in der zweiten Runde vor seinen spanischen Landsleuten auf dem Circuito Albacete.
Da sich die Verfolger immer wieder gegenseitig die Podiumsplätze streitig machen, hat sich der Vorsprung des routinierten Spaniers auf 30 Punkte plus/minus eingependelt. Genau gesagt ist der Abstand, der Albacete und seinen Verfolger Jochen Hahn im Augenblick trennt, nach Most wieder leicht angewachsen auf 36 Zähler. Ein sicheres Polster ist das sicherlich nicht, auch auf dem Autodrom in Most gab es warnende Beispiele dafür, wie schnell eine Nullrunde alle Pläne und Hoffnungen zunichte machen kann. Diesmal erwischte es zum Beispiel Chris Levett und Markus Bösiger, die beide im zweiten Wertungslauf wegen Overspeed bestraft wurden und damit aus den Punkterängen fielen. Oder Alexander Lvov und Uwe Nittel, die nach einem scheren Auffahrunfall buchstäblich auf der Strecke blieben
Der Schweizer und sein deutscher Stallkollege im MKR-Team sind derzeit wohl die Joker im Kampf um den Titel. Das Duo startete überraschend stark in die Saison, auch wenn Markus Oestreich erst einmal eine veritable Pechsträhne hinter sich lassen musste. Dann folgten durchwachsene Ergebnisse, ehe sich die MKR-Mannen in Most mit zwei weithin vernehmbaren Paukenschlägern wieder in der Erfolgsspur zurück meldeten. Oestreich hat bei realistischer Betrachtung kaum noch Chancen auf den Titel, doch Markus Bösger ist als Dritter der EM-Wertung durchaus noch auf Schlagdistanz.
Vielleicht muss man das nächste Rennen in Zolder einfach noch abwarten, um einen Top-Favoriten auszurufen.
Im Gegensatz beispielsweise zur Rennstrecke in Jarama (wo am ersten Oktoberende wie gewohnt das Finale der Truck Race Europameisterschaft ausgetragen wird) weist die Rennstrecke im tschechischen Most keine besonderen Steigungen und Bergabfahrten auf. Trotzdem dürfte sich Chris Levett beim sechsten Meeting der Saison 2010 gelegentlich wie auf einer Achterbahnfahrt vorgekommen sein. Der Brite startete furios in das Wochenende und bestätigte im ersten Zeittraining den starken Eindruck, den er in den freien Trainingseinheiten hinterlassen hatte. Levett erwies sich an diesem Tag als der stärkste Akteur im MAN-Lager und belegte im Qualifikationstraining der zehn besten Truck Racer den dritten Rang hinter den beiden Renault-Fahrern Bösiger und Oestreich.
Dieses Trio machte dann auch das erste Podium unter sich aus, mit einem kleinen „Dreher“: Im Rennen kam der Schweizer vor „Oese“ ins Ziel, der Brite freute sich über den dritten Rang. Im zweiten Lauf sah es lange Zeit ebenfalls gut aus für Chris Levett, es war zunächst „nur ein Rennen“ wie viele andere, ehe ein Wolkenbruch die Piste unter Wasser setzte und den Piloten ein Höchstmaß an Können und Konzentration abverlangte. Levett hielt auf dem schwierigen Geläuf einigermaßen Kurs und kam mit der Spitzengruppe ins Ziel – doch die Enttäuschung folgte wenig später: Wegen Overspeed erhielt er eine 50-Sekunden-Strafe, Markus Bösiger wurden wegen des gleichen Delikts 40 Sekunden aufgebrummt. Damit rutschte Chris vom vierten Rang, den er sich eigentlich erkämpft hatte – wegen des gedrehten Starts im zweiten Lauf war er als Achter ins Rennen gegangen – aus den Punkterängen und wurde in den Ergebnislisten lediglich an dreizehnter Stelle notiert.
Levett revanchierte sich am nächsten Morgen mit einer erneut tadellosen Leistung, das Top-Trio bestand nach dem Zeittraining Superpole aus exakt den gleichen Fahrern wie am ersten Tag, auch die Reihenfolge hatte sich nicht geändert: Oestreich vor Bösiger und Levett.
Das Ergebnis des Vortages konnte der Brite im anschließenden Championshiprace 3 nicht halten, diesmal reichte Levetts Kampfgeist nicht für einen Podiumsplatz. Doch der fünfte Rang sollte sich im abschließenden Wertungslauf als goldrichtig erweisen: Schon nach drei Runden hatte sich der Brite mit kämpferischem Einsatz an die Spitze des Feldes gesetzt und dabei deutlich gemacht, dass er diesmal über das beste Gesamtpaket verfügte. Mit deutlichem Vorsprung – am Ende der Elf-Runden-Distanz waren es über sechs Sekunden – auf den tschechischen Lokalmatador Adam Lacko gewann Levett den Lauf, überdies war er in seinem dritten Umlauf die schnellste Rundenzeit dieses Rennens gefahren.
Championshiprace 1
1. Markus Bösiger
2. Markus Oestreich
3. Chris Levett
4. Antonio Albacete
5. David Vrsecky
6. Jochen Hahn
7. Anthony Janiec
8. Alexander Lvov
9. Adam Lacko
10. Uwe Nittel
Championshiprace 2
1. Jochen Hahn
2. Markus Oestreich
3. Antonio Albacete
4. David Vrsecky
5. Adam Lacko
6. Alexander Lvov
7. Uwe Nittel
8. Xavier Mariezcurrena
9. Jeremy Robineau
10. Anthony Janiec
Championshiprace 3
1. Markus Bösiger
2. Markus Oestreich
3. Antonio Albacete
4. Jochen Hahn
5. Chris Levett
6. Uwe Nittel
7. Adam Lacko
8. Alexander Lvov
9. Javier Mariezcurrena
10. Jose Bermejo
Championshiprace 4
1. Chris Levett
2. Adam Lacko
3. Antonio Albacete
4. Markus Oestreich
5. Jochen Hahn
6. Markus Bösiger
7. David Vrsecky
8. Javier Mariezcurrena
9. Jeremy Robineau
10. Zoltan Birnbauer
Gesamtwertung (Rennen 6/10)
1. Antonio Albacete (MAN) 263
2. Jochen Hahn (MAN) 227
3. Markus Bösiger (Renault) 221
4. Markus Oestreich (Renault) 171
5. David Vrsecky Buggyra) 167
6. Chris Levett (MAN) 143
7. Adam Lacko (MAN) 105
8. Alexander Lvov (MAN) 89
9. Anthony Janiec (Renault) 54
10. Uwe Nittel (Buggyra) 46
11. Javier Mariezcurrena (MAN) 36
12. Balàzs Sobi (MAN) 28