F.I.A. European TEAM CHAMPION 2011


Geschichte

Lutz Bernau ist einer der Pioniere des Truck-Motorsports in Deutschland.


1984 nimmt er zum ersten Mal mit einem selbst vorbereiteten Mercedes 1932 AK an der Rallye Paris-Dakar teil. Auf Anhieb erreicht er mit seinen Beifahrern Egi Bartmann und Frederick Brown den vierten Platz in der Truck-Wertung.

1984 findet auch das erste Truckrennen im französischen Le Castellet statt. Der Veranstalter lädt Lutz Bernau als zweiten Fahrer ins VOLVO Team des ehemaligen Formel 1 Fahrers Jean Pierre Beltoise ein. 1985 folgt ein weiterer Paris-Dakar Einsatz auf einem werksvorbereiteten MAN, der aber, an zweiter Stelle liegend, durch Federbruch mit einem Ausfall endet.

1985 ist Bernau beim zweiten Grand Prix du Camion in Le Castellet mit einem MAN dabei. Bei den 24 Stunden von Le Mans für Trucks erregt er mit einer Eigenbau-MAN-Unterflur Sattelzugmaschine Aufsehen, doch das Truck-Race-Reglement wird für 1986 geändert und gibt seiner Eigenkonstruktion keine Chance mehr.

Lutz Bernau konzentriert sich fortan auf Rallye-Einsätze mit einem selbst vorbereiteten MAN.
1986 verspielt er bei seiner dritten Paris-Dakar Rallye den Gesamtsieg der Truck-Klasse in der vorletzten Etappe, als er in sumpfigem Gelände einem verzweifelten PKW-Teilnehmer Hilfe leisten will, und sein Truck dabei bis zum Rahmen im Morast versinkt. Er kann aber seinem MAN-Markengefährten Hans Heyer zum Sieg verhelfen und wird selbst zweiter.

1987 gewinnt er zusammen mit seinem bewährten Beifahrer Egi Bartmann die Truck-Klasse der Tunesien-Rallye und wird Fünfter in der gemischten PKW/LKW Gesamtwertung.

1988 gewinnen die beiden den Prolog der Rallye Paris-Dakar in Paris. Nach hartem Kampf mit den tschechischen Werksteams von TATRA und LIAZ erreichen sie den dritten Platz der Truck-Klasse beim Zieleinlauf in Dakar.
1991 juckt es ihn wieder in den Fingern,und er folgt einer Einladung des LIAZ-Moskal-Truck Teams. Der Wiedereinstieg im Truck-Race läuft so gut, daß Hans-Georg von der Marwitz ihm seinen Reserve MAN Race Truck für Le Mans und Donington zu Verfügung stellt.
1992 bringt mehrere Einsätze im Shell VDM Truck Racing Team mit sehr guten Ergebnissen, und da Bernau mit französischer Fahrerlizenz fährt, kann er hinter Gérard Cuynet französischer Vize Truckrace Meister werden.

Auf der Rallye Paris-Peking leitet er mit zwei 8x8 MAN Trucks die Kerosinversorgung der Organisationshubschrauber.
1993 hängt Lutz Bernau seine eigenen Rennambitionen vorübergehend an den Nagel und wird Teamchef im Shell-VDM Truck Racing Team von Hans Georg von der Marwitz, der Vize-Europameister wird.
1994 fährt Bernau bei seinem fünften Paris-Dakar-Einsatz einen Mercedes 1936 AK als schnellen Service Truck für das französische DUC-Z Team, das dritter der Gesamtwertung wird.

1995 beschließt Lutz Bernau , ein eigenes Fahrzeug für die Race Truck Klasse aufzubauen. Er bringt es Mitte der Saison in Most erstmals in der Europameisterschaft zum Einsatz. Natürlich bleibt er seiner alten Hausmarke MAN treu. Auf Anhieb fährt er in die Punkteränge, verbessert sich Zug um Zug, und hat bis zum Saisonende keinen einzigen Ausfall zu verzeichnen.
1996 fährt das Lutz Bernau Truck Sport Team erstmals die gesamte Europameisterschaft und belegt am Ende bei 30 Startern Platz 8.

1997 und 1998 erringt Bernau seine ersten Podiumsplätze. Trotz eines schweren Unfalls 1998 in Zolder wird er in beiden Jahren fünfter der Meisterschaft.

1999 ist Bernau wieder ganz vorne mit dabei. Seine Sponsoren sind ihm alle treu geblieben und bei jeder Veranstaltung war er mehrfach auf dem Podium. Nur in Barcelona hat er Pech, als eine neue Interpretation des technischen Reglements zur Disqualifikation führt. Trotzdem schafft er es den amtierenden Europameister Lenz bis zum letzten Rennen unter Druck zu setzen, und beendet die Saison als Vizeeuropameister.

In der Saison 2000 zählt Bernau wieder zu den Favoriten. Doch immer wieder schlug der Pannenteufel zu. Reifenschäden, defekte Wasserpumpe, geplatzte Bremsscheibe und andere unvorhersehbare Rennunfälle haben Bernau immer wieder sichere Punkte gekostet. Als die F.I.A. eine bereits getroffene Strafe zu ungunsten von Heinz Werner Lenz völlig überraschend zurücknimmt, fällt er sogar auf Platz drei in der Endabrechnung zurück.

Auch 2001 ist der Kampf um die Spitzenplätze in der Race Klasse hart wie eh und je.  Der dreimalige Europameister Heinz Werner Lenz, der erfahrene Tscheche Frankie Vojtisek mit seinem hightech Renault Motor, der Newcomer Egon Allgäuer mit seinem brandneuen MAN, und der immer gefährliche Engländer Stuart Oliver kämpfen immer und überall um jeden Platz. Trotzdem schafft Bernau bis zur Halbzeit am Nürburgring eine beeindruckende Bilanz.

Schließlich schafft Lutz Bernau er es seinen Traum wahr zu machen und wird Europameister mit sage uns schreibe 139 Punkten Vorsprung vor dem Vizemeister Allgäuer.

Für die Saison 2002 hat das Team um Lutz Bernau einen vollkommen neuen Renntruck auf Basis des MAN TGA 410 aufgebaut.
Das Fahrzeug wurde komplett in der Werkstatt in Utting konstruiert und gebaut. Obwohl für Erprobung vor dem ersten Rennen in Barcelona keine Zeit blieb, war Lutz Bernau mit dem nagelneuen Truck auf Anhieb schneller als die Konkurrenz, die vorher getestet hatte, oder auf dem Vorjahresmodell aufbauen konnte. Das eigene Vorjahresfahrzeug wurde als Ersatzfahrzeug behalten, konnte aber im Verlauf der Saison dem Schweizer Newcomer Daniel Seiler zu Verfügung gestellt, und weiter vom TSB Team betreut werden. Im Laufe der Saison konnte die Konkurrenz den Anschluß an Lutz Bernau herstellen, dem noch dazu in Misano durch einen Bremssscheibenplatzer in der ersten Runde in Führung liegend, wichtige Punkte entgingen. Eine unerklärliche technische Entscheidung in Zolder führte zu einer Startverweigerung und so spitzte sich der Kampf um die Meisterschaft auf den letzten Renntag der Saison am Lausitzring zu, wo der dramatische Zweikampf gegen Egon Allgäuer mit einer Verwarnung für diesen aber letztlich doch zu seinen Gunsten entschieden wurde. Bernau musste sich mit dem Vizemeistertitel zufrieden geben.

2003 wurde durch die Regelung der FIA auf Serienreifen fahren zu müssen für alle Teams zu einem Neuanfang. Lutz Bernau konnte diese Situation am besten nützen und seinen zweiten Europameistertitel einfahren.

2004 fing für Lutz Bernau nicht optimal an. Mehrere „Abschüsse“ durch Rennfahrer- Kollegen machten es in dem immer stärker und größer werdenden Feld schwer nach vorne zu kommen. Aber ab Misano war man wieder „bei der Musik“. Höhepunkt war der das 60 Punkte Wochenende auf dem Nürburgring, wo Lutz alle Rennen gewinnen konnte. Seine Aufholjagd ging bis nach Le Mans, wo er bis zum letzten Rennen der Saison den späteren Europameister Stuart Oliver unter Druck setzen konnte und zum dritten Mal den Titel des Vize-Europmeisters errang.

2005 Beendet Lutz Bernau seine Karriere als Fahrer. Antonio Albacete wird den Renntruck von Truck Sport Lutz Bernau in den CEPSA Farben fahren. Antonio Albacete wird mit Hilfe des Bernau Teams zum ersten Mal in seiner Karriere Europameister.



2006 tritt das Truck Sport Lutz Bernau Team erneut mit Antonio Albacete und dem CEPSA Team zur Titelverteidigung an. Anfang der Saison sieht es allerdings nicht danach aus, als ob der Erfolg wiederholt werden könnte. Pech in einigen Situationen und eine sehr starke Konkurrenz von Freightliner und Mercedes lassen Antonio auf den dritten Platz abrutschen. Doch durch harte Arbeit und technische Ausfälle der Gegner lassen das Unglaubliche wahr werden: Antonio Albacete wird zum zweiten Mal in Folge, das TSB Team zum vierten Mal Truck Race Europameister.

2007 wird ein weiterer großer Schritt in der Geschichte des Teams. Ein vollkommen neues Fahrzeug wird für den Doppeleuropameister Antonio Albacete aufgebaut. Erkenntisse aus über 20 Jahren Truckracing und vier Europameistertitel werden darin umgesetzt. Erstmals kommt auch der neue MAN D26 Common Rail Motor zum Einsatz. Die Saison 2006 endet allerdings so spät wie nie, und die Saison 2007 beginnt so früh wie nie, was extrem wenig Zeit lässt. Doch das Fahrzeug entsteht im vorgesehenen Zeitplan und ist pünktlich zu den Testfahrten fertig.

Das erfolgreiche Meister-Fahrzeug von 2006 wird noch einmal optimiert und ebenfalls für die neue Saison vorbereitet. Der F.I.A. – GT Weltmeister von 2001 Jean-Philippe Belloc wird für 2007 engagiert. Beide Fahrzeuge werden von Lutz Bernau und seinem Team betreut.

Die Freightliner Trucks zeigen sich in Topform. Aber auch der ganz neue D26 MAN Motor bewährt sich und hat keinen einzigen Ausfall. Er wird in den Trucks von Gerd Körber, Chris Levett, und Antonio Albacete eingesetzt.

Nur Antonio Albacete gelingt es mit den Buggyras mitzuhalten, und sie hin und wieder auch zu besiegen. Leider ist die Saison von häufigen Protesten sowohl vom CEPSA- als auch vom Buggyra - Team gekennzeichnet.

Als beim Abschlußrennen in Jarama (E) den Buggyras durch mehrere technische Pannen der sicher geglaubte Titel entgleitet, kommt es zum unschönen Höhepunkt. Einem Protest seitens Buggyra betreffs eines Zwischenfalls zwischen Albacete und Vrsecky, der mit der Meisterschaft nichts mehr zu tun hat, wird stattgegeben, Albacete verliert mit einem Punkt Rückstand auf Markus Bösiger die Meisterschaft.

Nachdem die Meisterschaft nun definitiv am „grünen Tisch“ entschieden wird, legt das CEPSA – Team gegen die Entscheidung mit Erfolg einen Apeal ein. Die letzte Instanz, das oberste Motorsportgericht der F.I.A. in Paris, gibt allerdings wieder Markus Bösiger recht, der damit Europameister 2007 wird, Antonio Albacete mit einem Punkt Rückstand, wird Vizemeister.
Die Entscheidungsschwächen der Rennleitung haben zu dieser unschönen Situation geführt.

2008 soll die Meisterschaft wieder auf der Rennstrecke entschieden werden.
Antonio Albacete und Jean-Philippe Belloc starten auf zwei komplett neu aufgebauten Renn - TGX mit D26 Motor. Der Vorjahrestruck von Jean-Philippe
wird von Dominique Lachèze bewegt. Doch auch in diesem Jahr sind die Buggyras kaum zu schlagen. Das Reglement erlaubt ihnen nach wie vor eine zweistufige Turbo Aufladung ihrer Caterpillar Motoren.

Jean Philippe Belloc kommt mit dem neuen MAN gut zurecht, und etabliert sich als neue Kraft in der Spitze. Am Ende ist nach mehreren Podiumsplätzen ein hervorragender fünfter Platz in der Gesmtwertung drin. Antonio kann als einziger die Buggyras unter Druck setzen und wird dritter.
2009 kommt der junge Brite Chris Levett für J.P. Belloc ins Team. Er zeigt von Anfang an ständig gute Leistungen und gehört zur Spitzengruppe. Aber wieder gelingt es nur Antonio Albacete die Freightliner-Buggyras in Verlegenheit zu bringen. Der Saisonabschluß in Jarama hinterläßt einen bitteren Nachgeschmack, die beiden Freightliner-Piloten machen ein unschönes Team-play und rauben Antonio die letzten Chancen auf den Titel.
Chris beendet die Saison als fünfter, Antonio als Vizemeister.

Die Fahrerpaarung Antonio Albacete und Chris Levett bleibt im TSB Team 2010 unverändert. Eine neue Kraft kommt im Truckracing dazu: Renault wechselt vom langjährigen Partner Frankie Voijstisek zum neugegründeten MKR Team. Dahinter steht der erfahrene Mario Kress, der schon für die verschiedensten Hersteller erfolgreich Renntrucks gebaut hat. Mit Markus Bösiger und Markus Östreich hat er außerdem Top-Fahrer engagiert. Antonio kann sich erfolgreich den starken Gegnern von Renault und Buggyra stellen. Ohne einen einzigen Ausfall gewinnt er nach 2005 und 2006 zum dritten mal mit dem Team von Truck Sport Bernau den F.I.A. Truckrace Europameister-Titel. Chris Levett kann sich deutlich deutlich steigern, gewinnt mehere Rennen und beendet die Saison als sechster.