Rennbericht deutsch

Jean Philippe Belloc im Bioracing Prototyp

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Fahren Sie ein paar Runden mit Jean Philippe Belloc im Bioracing Prototyp auf der Rennstrecke Albi: Video

Daten des Fahrzeuges:

Motor: Sodemo V6 4,0 liter, 350 PS bei 6800 tr/mn, 450 Nm bei 4200 tr/mn
Gitterrohrrahmen mit Carbon beplankt
Getriebe: Sequenzielles 6-Gang
Leergewicht: 800 kg

 

 

 

 

Zwei Interviews mit Jean-Philippe Belloc von www.Caradisiac.com:
Erstes Interview, zweites Interview
 

Finale furioso: Der Europameister wird am grünen Tisch ermittelt

Es war ein Wochenende so ganz nach dem Geschmack der spanischen Motorsportfans: In einem unglaublich spannenden Finale, das zweifellos Thriller-Qualitäten hatte, gelang es dem zweifachen Europameister Antonio Albacete doch noch, seinen Konkurrenten Markus Bösiger abzufangen. Zwei Stunden lang durfte sich der Madrilene nach seiner Galavorstellung als alter und neuer Europameister feiern lassen, dann kam die Nachricht, dass ein Protest des Buggyra-Teams erfolgreich war und Albacete von den Stewards mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt wurde. Normalerweise wäre das, zumal im letzten Rennen des Jahres, kaum der Rede wert, doch Albacete und Bösiger lagen am Ende so unglaublich dicht beisammen, dass die Strafe große Folgen hatte: Der Spanier rutschte damit im letzten und entscheidenden Championshiprennen des Jahres vom zweiten auf den dritten Platz ab – und in der EM-Wertung wurde aus dem Zwei-Punkte-Vorsprung des Spaniers ein Rückstand von einem Zähler.
Der Titel war damit erst einmal perdu, dem Sieg auf der Rennstrecke folgte die Niederlage am grünen Tisch. Nach längerer Beratung entschied das Cepsa-Team von Albacete, die Entscheidung anzufechten: Kurz vor Ablauf der Frist wurde gegen das Urteil Berufung eingelegt. Ob die Entscheidung der Rennkommissare Bestand hat, wird sich also erst in einigen Tagen oder gar Wochen herausstellen. Dann muss eine Berufungsinstanz des spanischen Verbandes entscheiden, ob nun Antonio Albacete oder aber Markus Bösiger in der kommenden Saison mit der Startnummer 1 antreten darf.

Der Streit, so sieht es zumindest Lutz Bernau, „war eine fast schon logische Folge der Entwicklung in der zweiten Saisonhälfte, wobei nicht zuletzt auch die FIA eine Mitschuld daran trifft, dass die Dinge jetzt derart eskaliert sind.“  Weil das, was beispielsweise im Briefing postuliert wurde, nicht konsequent genug durchgesetzt und teilweise diskussionswürdige Entscheidungen gefällt wurden. Zudem tagten die Kommissare erst unmittelbar vor dem Auftakt zum Saisonfinale – nämlich am Freitagnachmittag –, um in Sachen Most doch noch zu einer finalen Entscheidung zu gelangen. Das war nötig geworden, weil die Berufungen der drei betroffenen Fahrer (Albacete sowie Bösiger und Vrsecky) gegen eine Disqualifikation im zweiten Qualifikationsrennen verworfen worden waren.
Damit war das anschließende Championship-Race logischerweise mit ungültiger Aufstellung gestartet worden. Nach eingehender Beratung wurde das Trio folglich auch aus den Wertungslisten dieses Rennens gestrichen – und damit stand erst am Freitag spät nachmittags fest, in welcher Konstellation die beiden Titelfavoriten Albacete und Bösiger gegeneinander antreten würden: den Ersten und seinen Verfolger trennten nach den diversen Entscheidungen nur noch 26 Punkte. Dass Albacete bei dieser Ausgangslage den Spieß noch einmal umdrehen könnte, war zwar nicht sehr wahrscheinlich. Aber der viel gehörte Allerweltsspruch „Im Motorsport kann viel passieren und abgerechnet wird am Sonntag“ bewahrheitete sich diesmal sogar.

Den ersten Teil des Titelthrillers schrieb der spanische Titelverteidiger: Der holte sich am Samstag die beiden Tagessiege, jeweils vor Bösiger. Der Schweizer führte damit am Ende des Tages mit nur noch 20 Punkten. Und drängte schon am nächsten Morgen den Fahrer des Cepsa-MAN in die Defensive: Im Zeittraining erwiesen sich die beiden Buggyra-Fahrer als unschlagbar und durften sich daher, psychologisch wichtig, in der ersten Startreihe aufbauen. Bösiger zog prompt davon, Albacete lag zunächst an dritter Stelle – doch in Runde fünf sprang das Publikum von den Sitzen. Der Stadionsprecher hatte, was von der Haupttribüne aus nicht zu sehen war, den Ausfall von Markus Bösiger verkündet. Der schied ohne Feindeinwirkung aufgrund eines technischen Defekts aus. Der Lokalmatador dagegen wurde, nachdem er bei einem Überholversuch zunächst einige Positionen verloren hatte, am Ende Vierter.

Das letzte Kapitel in Albacetes unglaublicher Aufholjagd begann kurz vor 15 Uhr. Der Spanier stand in der zweiten, Bösiger in der letzten Startreihe. Unmittelbar nach dem Start passierte, was letztlich zu den Verwerfungen führen sollte: Albacete geriet mit Bösigers Teamkollegen Vrsecky aneinander, beide drifteten ins Seitenaus ab, konnten ihre Positionen aber im Wesentlichen halten. Während der MAN des zweimaligen Europameisters an diesem Tag perfekt vorbereitet war, schieden die beiden Freightliner des Buggyra-Teams sozusagen auf der Zielgeraden der Saison 2007 unbedrängt aufgrund technischer Defekte aus. Albacete dagegen überquerte hinter Jochen Hahn die Ziellinie – und glaubte sich zunächst am Ziel seiner Träume. Was daraus am Ende werden wird, ist im Moment nicht absehbar.

Hinter dem beinharten Duell der beiden Titelaspiranten ging fast ein wenig unter, dass es in Jarama noch einen ganz anderen Wettkampf gab, der nicht minder spannend verlief: Das war der Fight um den Ehrentitel „Rookie of the Year“. Die beiden spektakulärsten Neuzugänge im Fahrerlager waren ausweislich der EM-Tabelle Chris Levett (aus dem Team von David Atkins) und der Franzose Jean-Philippe Belloc, der den zweiten MAN des Bernau-Teams pilotierte. Sowohl Belloc als auch sein britischer Rivale konnten im Lauf des Jahres zeigen, dass sie auch mit den bekannten Namen der Truckszene mithalten können. Andererseits „gelangen“ beiden spektakuläre Karambolagen: Erinnert sei hier nur an das Auftaktrennen in Barcelona, als der MAN von Belloc Männchen machte, oder Levetts kerniger Ausflug auf die Leitplanke in Albacete. Vor dem letzten Rennen des Jahres lag Belloc auf Rang sieben, Levett auf Rang acht.
Am Samstag lief es besser für den Briten, der sich damit auch im Ranking unmittelbar vor den französischen Motorsportprofi setzte, der in seiner Vita eine beeindruckende Liste von Erfolgen vorweisen kann. Am Sonntag setzte sich aber doch noch die Routine Bellocs durch, der in der Abschlusstabelle Siebter wurde und mit seinem Einstand ebenso wie Lutz Bernau durchaus zufrieden war. In einer kurzen Rede bei der offiziellen Meisterschaftsfeier hatte Belloc dann auch noch die Lacher auf seiner Seite als er sinngemäß sagte, er freue sich, all die neuen Fahrer kennen gelernt zu haben – auch wenn einige von denen eine etwas gewöhnungsbedürfte Art hätten, Neulinge zu begrüßen.

Misano: Der Champion wird im letzten Rennen ermittelt

Die Truckrace-Europameisterschaft 2007 bleibt spannend bis zur letzten Minute: Der neue Champion wird erst im letzten Rennen der Saison ermittelt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Entscheidungen über die Proteste betreffend die Rennen in Most noch ausstehen. Kurz vor dem Rennen an der italienischen Adriaküste war unbestätigten Gerüchten zufolge nur der Einspruch des tschechischen Buggyrateams gegen die Entscheidungen der Stewards abgewiesen worden, der Protest von Antonio Albacetes Cepsa-Team soll demzufolge erst am Dienstag nach dem vorletzten Saisonevent behandelt werden. Da die Entscheidungen der Berufungsrichter zwar den Abstand zwischen den beiden Kontrahenten um die Meisterschaft verändern können, was aber die grundsätzliche Situation nicht tangiert, war auch das Gastspiel auf dem neu gestalteten Kurs, der sich jetzt offiziell Misano World Cicuit nennt, vom Zweikampf zwischen Antonio Albacete und Markus Bösiger geprägt. Die beiden Titelaspiranten starteten bildlich gesprochen Stoßstange an Stoßstange in das vorletzte Rennwochenende des Jahres. Im ersten Zeittraining war Bösiger um eineinhalb Zehntel schneller als Albacete und eroberte sich die Pole-Position. In den beiden folgenden Wertungsläufen änderte sich an dieser Reihenfolge nichts, der spanische Titelverteidiger kam jeweils kurz nach seinem Kontrahenten ins Ziel.

Am zweiten Tag lag erneut ein Konkurrent vor Albacete, diesmal war es allerdings David Vrsecky, der Teamkollege von Bösiger. Der Start zum Qualifikationsrennen verlief aus Sicht von Albacete hervorragend, am Ende der ersten Kurvenkombination hatte sich der Doppel-Europameister an die Spitze gesetzt. Vrsecky führte das Verfolgerfeld an, allerdings nicht für lange. Wenig später hatte auf etwas wundersame Weise Bösiger diese Rolle übernommen und sich dadurch in eine komfortablere Position für das letzte Rennen des Wochenendes manövriert: Die beiden Titelaspiranten standen, nachdem sich bis zum Ende des Qualilaufs an der Spitze nichts mehr geändert hatte, beim letzten Rennen des Wochenendes in der ersten Startreihe. Antonio Albacete geriet dabei ins Hintertreffen, konnte jedoch wenig später Bösiger stark unter Druck setzen. Der Schweizer war als Führender im EM-Klassement allerdings in der besseren Position. Um seine Chance bestmöglich zu wahren, musste Albacete attackieren. Was er auch tat, allerdings war der Versuch, Bösiger zu überholen, nicht von Erfolg gekrönt. Dadurch rutschte der Cepsa-MAN auf die vierte Position ab, die Verfolgung von Bösiger hatte nunmehr Gerd Körber übernommen. Da sich der Schweizer auch diesmal nicht absetzen konnte, versuchte wenig später Körber sein Glück – und diesmal drifteten beide Kontrahenten weit ab ins Seitenaus. Die nachfolgenden Fahrer ließen sich nicht zweimal bitten und nutzten bereitwillig die entstandene Lücke – Albacete war wieder im Spiel und verteidigte den zweiten Platz bis ans Ende der Zwölf-Runden-Distanz.

Jean-Philippe Belloc hatte an diesem Wochenende gewisse Probleme, den Reifenstapeln am Pistenrand auszuweichen. Dabei war er nicht immer erfolgreich, schaffte aber am Samstag zwei siebte Plätze, die er gegen routinierte Konkurrenz wie Allgäuer oder Garrett zu verteidigen hatte. Am Sonntag lief es bereits im Qualifikationsrennen noch besser für den französischen Motorsportler, der im zweiten Truck des Bernau-Teams als Fünfter abgewunken wurde. Im turbulenten letzten Wertungslauf von Misano bekam es Belloc nach Körbers missglückter Attacke mit dem Titelaspiranten Bösiger zu tun. Zunächst konnte Belloc an Bösiger vorbei gehen, der Schweizer konterte wenig später, wobei die hintere Stoßstange an Bellocs Truck arg in Mitleidenschaftg gezogen wurde. Dafür straften die Stewards Bösiger hinterher mit einer merkwürdigen Ein-Sekunden-Strafe ab, Belloc konnte sich über den vierten Platz freuen.

24 heures Camion in Le Mans: Ein ausgeglichenes Wochenende für die Titelaspiranten

Am Samstagabend schien das Rennen gelaufen: Volle Punktzahl im Championship-Rennen für Markus Bösiger, Verfolger Antonio Albacete ausgefallen aufgrund eines kleinen Defekts mit durchschlagender Wirkung. Nachdem die Truckrace-Europameisterschaft 2007 auf die Zielgerade eingebogen ist, kann ein derartiger Ausfall für jeden der beiden verbliebenen Titelaspiranten den entscheidenden Punktverlust bedeuten. Dabei war Albacete mit klaren Ambitionen in das Wochenende auf dem traditionsreichen Circuit in Nordfrankreich gestartet.
Im ersten Zeittraining hatte sich der amtierende Europameister mit dem hauchdünnen Vorsprung von 64 Hunderstel Sekunden die Pole Position geholt. Aber: Vorsprung ist Vorsprung, den Vorteil beim Start konnte Albacete auch im Rennen erfolgreich nutzen. Der Spanier gewann mit seinem Cepsa-MAN den ersten Wertungslauf des Wochenendes ungefährdet vor Jochen Hahn.

Im Championship-Race konnte sich Albacete zunächst ebenfalls an die Spitze setzen. Doch in der sechsten Runde wurde der rote Renntruck immer langsamer, verlor Runde um Runde einige Plätze und war kurz darauf ganz aus den Punkterängen gefallen. In der zehnten von elf zu fahrenden Runden gab der Champion auf und lenkte seinen defekten Truck vorzeitig in die Boxengasse. Damit war der Weg frei für den EM-Spitzenreiter Bösiger, dem für den Sieg in diesem Lauf 20 Punkte gut geschrieben wurden.

Jean-Philippe Belloc wollte vor dem Start des ersten Rennens nichts von einem „Heimvorteil“ wissen – er war erst vor einigen Wochen an gleicher Stelle beim berüchtigten 24-Stunden-Rennen gestartet und hatte mit seinen Partnern ein respektables Ergebnis eingefahren: „Allerdings werden die 24-Stunden auf der Langstrecke ausgetragen, das ist mit dem kurzen Kurs, den man beim Truckrace absolviert, nicht unbedingt vergleichbar,“ gab der Franzose zu bedenken. In den beiden Läufen des ersten Tages wurde er Achter beziehungsweise Siebter.

Am zweiten Tag etablierte sich Antonio Albacete im Zeittraining erneut in der ersten Spitzengruppe, allerdings reichte es diesmal nur zur drittschnellsten Runde und damit zu einem Startplatz in der zweiten Reihe hinter den beiden Spitzenreitern David Vrsecky und Jochen Hahn. An dieser Reihenfolge änderte sich auch während des Starts und in den ersten fünf Runden nichts. Erst im drittletzten Umlauf vermochte Albacete an Hahn vorbei zu gehen, Vrsecky lag zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits uneinholbar in Front. Während Albacete seinen zweiten Platz über die Runden brachte, musste sich Jean-Philippe Belloc fast im Blindflug über die Strecke kämpfen. Trümmer von Gerd Körbers kaputtem Hinterreifen hatten die Scheibe am zweiten Truck des Bernau-Teams zerschossen, mehr als ein weiterer siebter Platz war unter diesen Umständen nicht zu holen.

Im letzten Championship-Race des Wochenendes wurde es noch einmal hektisch. Bei einem Unfall in der Startphase, in den auch Belloc verwickelt war, wurden mehrere Trucks so stark beschädigt, dass die Piloten das Rennen aufgeben mussten. Unter anderem erwischte es dabei Markus Bösiger; Belloc schaffte drei Runden und musste dann den lädierten MAN vorzeitig in die Boxengasse steuern. Nach dem Ausfall des Konkurrenten konnte Antonio Albacete einigermaßen unverhofft die Nullrunde des Vortags ausgleichen. Er wurde hinter Sieger Vrsecky Zweiter und schaffte damit in der Addition aller vier Wertungsläufe, fast mit Bösiger gleich zu ziehen. Dem Schweizer wurden nach der siebten Runde der diesjährigen EM 35 Punkte auf dem Konto verbucht, Albacete nur einer weniger. Damit haben die beiden Spitzenfahrer die Entscheidung einmal mehr vertagt – der Showdown findet folglich entweder in zwei Wochen auf dem Motodrom Santa Monica in Misano Adriatico (Italien) oder – was wahrscheinlicher sein dürfte – noch einmal zwei Wochen später beim Finale in Jarama (Madrid) statt, dem Heimrennen Albacetes.

Most 2007- Positive Bilanz, aber noch keine endgültigen Ergebnisse

Wie die endgültige Bilanz des sechsten Rennens der aktuellen Europameisterschaftssaison aussehen wird, kann die Crew von Lutz Bernau wohl erst in einigen Tagen oder Wochen beurteilen. Denn die Ergebnisse stehen unter Vorbehalt, da sowohl der amtierende Europameister Antonio Albacete als auch dessen Kontrahenten Einspruch gegen mehrere Entscheidungen der Stewards eingelegt haben. Über den Protest muss innerhalb von vier Wochen vom tschechischen Verband entschieden werden – und erst dann wird feststehen, welchen Wert die Ergebnisse des Wochenendes wirklich haben.

Sollten sich dabei keine größeren Überraschungen ergeben, kann das Team von Lutz Bernau mit dem Abschneiden durchaus zufrieden sein. Sowohl Antonio Albacete als auch Jean-Philippe Belloc zeigten ansprechende Leistungen. Albacete hatte bereits vor dem Wochenende erklärt, in Most falles so etwas wie eine Vorentscheidung im Kampf um den EM-Titel: Er wollte alles dafür tun, um die Entscheidung weiter offen zu halten.

Seine Ambitionen unterstrich der zweifache Titelträger mit Bestzeiten in den beiden Zeittrainings – Albacete holte sich dabei jeweils die Pole Position. Was in Most, seit dem Umbau des Kurses, ein zweischneidiges Schwert sein kann. Denn der Trainingsschnellste muss (oder darf) von der Innenbahn starten, was aber nur dann ein Vorteil ist, wenn man sich vor der ersten Kurve, die den Auftakt zu einer lang gezogenen Schikane markiert, einen genügend großen Vorsprung erarbeitet hat. Antonio Albacete absolvierte am ersten Renntag beide Varianten: Beim Start zum Qualifikationslauf geriet er leicht ins Hintertreffen und musste David Vrsecky ziehen lassen. Den zweiten Freightliner-Piloten Markus Bösiger hatte Albacete dagegen gut im Griff, der Führende im EM-Klassement hatte in diesem Lauf nie eine Chance, an dem roten MAN vorbei zu gehen.

Im Cuprennen wiederum drehte Albacete den Spieß um: Nun hatte Vrsecky die Innenbahn, allerdings kamen die beiden Kontrahenten Kopf an Kopf in der ersten Kurve an – und der amtierende Champion wich keinen Zentimeter von seiner Spur ab. Was nach einem beinharten Duell dazu führte, dass er am Ausgang der Schikane die Führung übernommen und den Lokalmatador auf die Plätze verwiesen hatte. Vrsecvky fiel im weiteren Verlauf auf Platz drei zurück, erneut war es Bösiger, der in die Verfolgerrolle schlüpfte. Albacete verteidigte die Führungsposition elf Runden lang und wurde wieder einmal als Sieger abewunken.

In den Scharmützeln des ersten Tages ist wohl die Ursache für die Vorkommnisse am Saonntag zu sehen: Die beiden Buggyra-Piloten gerieten mit Albacete, der sich beim Start zum Qualifikationslauf erneut an die Spitze gesetzt hatte, heftig aneinander. Der Spanier rutschte danach mit aufgeschlitztem Hinterreifen auf Rang drei ab, Bösiger und Vrsecky landeten einen Doppelsieg für das tschechische Team. Ob der von Bestand ist, wird sich zeigen. Denn der Dreikampf führte zunächst dazu, dass alle drei Kontrahenten von den Stewards für dieses Rennen disqualifiziert wurden. Da aber aber beide Teams gegen den Beschluss Protest einlegten, wurde das abschließende zweite Championship-Race in der ursprünglichen Reihenfolge gestartet. Das turbulente Rennen endete mit einem Sieg Bösigers, Albacete wurde Zweiter und Chris Levett überraschend Dritter.

Jean-Philippe Belloc unterstrich in Most, dass er inzwischen in der Top-Gruppe angekommen ist. Selbst gegen rennommierte Fahrer wie den Deutschen Gerd Körber kann der Franzose inzwischen bestehen, den mehrfahren Europameister hielt er beispielsweise im Championship-Rennen am Samstag klar auf Distanz. Belloc etablierte sich in Most im vorderen Mittelfeld, er wurde im ersten Rennen des Wochenendes Sechster und war danach auf Platz fünf abonniert.

Wegen der ausstehenden Entscheidung des Berufungsgremiums verzichtete die FIA darauf, nach dem sechsten Lauf eine Punktewertung zu veröffentlichen. Wobei sich so oder so vermutlich an der prinzipiellen Situation wenig ändern dürfte: Bösiger liegt weiter in Front, konnte sich aber keinen entscheidenden Vorteil sichern – und Antonio Albacete sorgt dafür, dass die ausstehenden Rennen um die Europameisterschaft weiter spannend bleiben.